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Körperschaftsteuer: Das müssen Unternehmen wissen
Dein Unternehmen macht Gewinn? Dann wird die Körperschaftsteuer fällig. Hier erfährst du, wie viel, wann und wie du sie legal reduzieren kannst.
Philip Zimmermann
18.08.2026
Inhalt
- Was ist die Körperschaftsteuer einfach erklärt?
- Wer muss die Körperschaftssteuer zahlen?
- Zahlen GmbHs Körperschaftsteuer?
- Müssen Vereine Körperschaftsteuer zahlen?
- Sind Holdings körperschaftsteuerpflichtig?
- Wie hoch ist die Körperschaftsteuer?
- Wann zahle ich Körperschaftsteuer?
- Wann zahlt man keine Körperschaftsteuer?
- Körperschaftsteuer zurückerhalten durch Forschungszulage
- Häufige Fragen zur Körperschaftsteuer
- Was ist der Unterschied zwischen Gewerbesteuer und Körperschaftsteuer?
- Was ist höher, Einkommensteuer oder Körperschaftsteuer?
- Wer profitiert von der Körperschaftsteuer?
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- Die Körperschaftsteuer ist eine Steuer auf den Gewinn juristischer Personen wie GmbHs oder AGs, nicht auf den der Inhaber:innen privat.
- Körperschaftsteuerpflichtig sind Kapitalgesellschaften, Holdings und teils Vereine, sofern sie wirtschaftlich tätig sind und keine Steuerbefreiung genießen.
- Der Steuersatz beträgt pauschal 15 % plus Solidaritätszuschlag, zusammen mit der Gewerbesteuer liegt die Gesamtbelastung oft zwischen 28 und 33 %.
- Du zahlst Körperschaftsteuer, wenn dein Unternehmen Gewinn macht, keine Steuerbefreiung gilt und du keinen Verlust aus Vorjahren verrechnen kannst.
- Über die Forschungszulage kannst du deine Körperschaftsteuer direkt reduzieren oder dir bei entsprechender Förderhöhe sogar einen Betrag auszahlen lassen.
Was ist die Körperschaftsteuer einfach erklärt?
Die Körperschaftsteuer ist eine Steuer auf den Gewinn von juristischen Personen, also zum Beispiel von Kapitalgesellschaften. Anders als bei Einzelunternehmen oder Personengesellschaften, bei denen der Gewinn über die Einkommensteuer der Inhaber:innen versteuert wird, zahlt bei der Körperschaftsteuer das Unternehmen selbst.
Sie ist damit das Äquivalent zur Einkommensteuer für natürliche Personen, nur eben auf Unternehmensebene. Grundlage der Besteuerung ist der zu versteuernde Gewinn, den das Unternehmen in einem Geschäftsjahr erwirtschaftet hat.
Wer muss die Körperschaftssteuer zahlen?
Körperschaftsteuerpflichtig sind grundsätzlich alle juristischen Personen, also Rechtsgebilde, die steuerlich eigenständig behandelt werden und nicht über die Einkommensteuer ihrer Inhaber:innen besteuert werden. Dazu zählen vor allem Kapitalgesellschaften, aber unter bestimmten Umständen auch Vereine und Holdingstrukturen.
Ob und in welchem Umfang dein Unternehmen betroffen ist, hängt von seiner Rechtsform und seiner wirtschaftlichen Tätigkeit ab. Die folgenden Abschnitte geben dir einen Überblick über die wichtigsten Fälle.
Zahlen GmbHs Körperschaftsteuer?
Ja, GmbHs sind grundsätzlich körperschaftsteuerpflichtig. Als Kapitalgesellschaft ist die GmbH eine eigenständige juristische Person und versteuert ihren Gewinn daher auf Unternehmensebene, unabhängig davon, was die Gesellschafter:innen privat verdienen.
Neben der Körperschaftsteuer fällt für GmbHs in der Regel auch der Solidaritätszuschlag an, der auf die Körperschaftsteuer erhoben wird. Hinzu kommt die Gewerbesteuer, die jedoch separat berechnet wird und je nach Standort variiert. Die GmbH gehört damit zu den am stärksten regulierten Rechtsformen im deutschen Steuerrecht.
Müssen Vereine Körperschaftsteuer zahlen?
Ob ein Verein Körperschaftsteuer zahlen muss, hängt davon ab, ob er wirtschaftlich tätig ist. Gemeinnützige Vereine, die ausschließlich steuerbegünstigte Zwecke verfolgen, sind grundsätzlich von der Körperschaftsteuer befreit. Diese Befreiung gilt allerdings nur für den ideellen Bereich und den Zweckbetrieb, also Aktivitäten, die unmittelbar dem gemeinnützigen Ziel dienen.
Sobald ein Verein einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb unterhält, der über diese Grenzen hinausgeht, wird dieser Teil seiner Tätigkeit körperschaftsteuerpflichtig. Typische Beispiele sind Vereinsgaststätten oder Sponsoringeinnahmen. Für Vereine lohnt es sich daher, die eigenen Einnahmequellen regelmäßig steuerlich prüfen zu lassen, um die Gemeinnützigkeit nicht zu gefährden.
Sind Holdings körperschaftsteuerpflichtig?
Ja, auch Holdings unterliegen grundsätzlich der Körperschaftsteuerpflicht, sofern sie als Kapitalgesellschaft organisiert sind, etwa als GmbH oder AG. Allerdings profitieren Holdingstrukturen in der Praxis häufig von steuerlichen Vorteilen: Dividenden, die eine Holdinggesellschaft von ihren Tochtergesellschaften erhält, sind unter bestimmten Voraussetzungen zu 95 % von der Körperschaftsteuer befreit. Gleiches gilt für Gewinne aus dem Verkauf von Beteiligungen.
Das macht die Holding zu einem beliebten Gestaltungsmittel in der Unternehmensstrukturierung. Dennoch bleibt die grundsätzliche Steuerpflicht bestehen, und die verbleibenden 5 % der Dividenden gelten als nicht abziehbare Betriebsausgaben und werden entsprechend besteuert.
Wie hoch ist die Körperschaftsteuer?
Die Körperschaftsteuer beträgt in Deutschland pauschal 15 % auf den zu versteuernden Gewinn deines Unternehmens. Zusätzlich wird der Solidaritätszuschlag von 5,5 % auf die Körperschaftsteuer erhoben, was die Gesamtbelastung auf 15,825 % bringt.
Bemessungsgrundlage ist dabei der Gewinn nach Abzug aller abziehbaren Betriebsausgaben, nicht der Umsatz.
Neben der Körperschaftsteuer fällt für die meisten Unternehmen auch Gewerbesteuer an, die jedoch separat berechnet wird und je nach Standort variiert. Zusammen mit der Gewerbesteuer liegt die tatsächliche Gesamtsteuerbelastung für Kapitalgesellschaften in Deutschland häufig zwischen 28 und 33 %, abhängig vom Gewerbesteuerhebesatz der jeweiligen Gemeinde.
Steuersenkung dank Investitionsbooster
Der aktuelle Satz von 15 % ist allerdings keine feste Größe für die Zukunft. Neben der degressiven Abschreibung gehört zum Investitionsbooster auch eine schrittweise Senkung der Körperschaftsteuer selbst. Ab 2028 sinkt der Satz in fünf Schritten von aktuell 15 % auf 10 % im Jahr 2032, jedes Jahr um einen Prozentpunkt. Bis einschließlich 2027 bleibt es beim aktuellen Satz von 15 %. Beschlossen wurde das mit dem Gesetz für ein steuerliches Investitionssofortprogramm vom Juli 2025. Ziel der Bundesregierung ist es, den Standort Deutschland im internationalen Steuerwettbewerb attraktiver zu machen und Unternehmen mehr finanziellen Spielraum für Investitionen zu verschaffen.
Wann zahle ich Körperschaftsteuer?
Körperschaftsteuer zahlst du grundsätzlich dann, wenn dein Unternehmen als juristische Person einen steuerpflichtigen Gewinn erwirtschaftet. Maßgeblich ist das jeweilige Geschäftsjahr, für das die Steuer im Nachgang per Steuererklärung festgesetzt wird.
Unterjährig leistest du jedoch bereits vierteljährliche Vorauszahlungen, jeweils zum:
- 10. März
- 10. Juni
- 10. September
- 10. Dezember
Diese Vorauszahlungen basieren auf dem Gewinn des Vorjahres und werden nach Abgabe der Steuererklärung mit der tatsächlichen Steuerschuld verrechnet. Hast du zu viel gezahlt, erhältst du den Differenzbetrag zurück. Hast du zu wenig gezahlt, wird eine Nachzahlung fällig.
Wann zahlt man keine Körperschaftsteuer?
Keine Körperschaftsteuer zahlst du, wenn dein Unternehmen keinen steuerpflichtigen Gewinn erzielt oder gesetzlich von der Steuerpflicht befreit ist. Macht dein Unternehmen in einem Geschäftsjahr einen Verlust oder einen Gewinn von null, fällt keine Körperschaftsteuer an. Verluste können zudem mit Gewinnen aus anderen Jahren verrechnet werden, was die Steuerlast in profitablen Jahren reduziert.
Darüber hinaus sind bestimmte Organisationen grundsätzlich steuerbefreit, darunter gemeinnützige Körperschaften, die ausschließlich steuerbegünstigte Zwecke verfolgen, sowie bestimmte öffentlich-rechtliche Institutionen. Auch Personengesellschaften und Einzelunternehmen zahlen keine Körperschaftsteuer, da bei ihnen die Einkommensteuer der Inhaber:innen greift.
Körperschaftsteuer zurückerhalten durch Forschungszulage
Über die Forschungszulage kannst du dir einen Teil deiner Körperschaftsteuer zurückholen, denn die Zulage wird direkt auf deine festgesetzte Körperschaftsteuer angerechnet. Betreibst du als Unternehmen Forschung und Entwicklung, erhältst du auf deine förderfähigen Personalkosten eine Zulage, die deine Steuerlast entsprechend senkt. Ist die Zulage höher als deine Steuerschuld, wird der Differenzbetrag sogar ausgezahlt, was sie besonders für Startups in Verlustphasen attraktiv macht. Wie du die Zulage konkret in deiner Körperschaftsteuererklärung angibst und welche Anlage dafür zuständig ist, erfährst du in unserem Artikel zur Forschungszulage in der Körperschaftsteuererklärung.
Coup begleitet dich dabei mit geschulten R&D-Consultants durch den gesamten Prozess, von der Projektprüfung bis zur korrekten Anrechnung durch das Finanzamt, und das mit einer Erfolgsquote von rund 95 %.
Häufige Fragen zur Körperschaftsteuer
Was ist der Unterschied zwischen Gewerbesteuer und Körperschaftsteuer?
Körperschaftsteuer besteuert den Gewinn juristischer Personen und fließt an Bund und Länder, während die Gewerbesteuer eine kommunale Steuer auf den Gewerbeertrag ist und direkt an die jeweilige Gemeinde geht. Beide Steuern fallen für Kapitalgesellschaften wie GmbHs parallel an, werden aber separat berechnet. Der Gewerbesteuerhebesatz variiert je nach Standort deines Unternehmens.
Was ist höher, Einkommensteuer oder Körperschaftsteuer?
Die Einkommensteuer ist in der Regel höher, da sie progressiv steigt und einen Spitzensteuersatz von 45 % erreichen kann. Die Körperschaftsteuer beträgt dagegen pauschal 15 % auf den Unternehmensgewinn. Für Kapitalgesellschaften kommt zwar noch die Gewerbesteuer hinzu, die Gesamtbelastung bleibt aber meist unter der maximalen Einkommensteuerbelastung natürlicher Personen.
Wer profitiert von der Körperschaftsteuer?
Von der Körperschaftsteuer profitieren Bund und Länder, denn das Aufkommen wird hälftig zwischen beiden aufgeteilt und fließt in den allgemeinen Staatshaushalt. Indirekt profitieren also alle, die von staatlichen Leistungen abhängig sind. Als Unternehmen hast du hingegen kein direktes Interesse an einer hohen Körperschaftsteuer, sondern eher daran, deine Steuerlast legal zu minimieren.